Sozialforum München
Eine andere Welt ist möglich!   -   München sozial und solidarisch!

Home > Forum Eurokrise > Soziale Praxis Ellinikon

Forum Eurokrise:
Soziale Praxis Ellinikon

Entstehungsgeschichte und Ziele

Aufgabe der „sozialen Praxis Ellinikon“ (MKIE) im Süden von Athen ist es ihrem Selbstverständnis nach, ohne Ausgrenzung allen Arbeitslosen, Armen, Migrant_innen, Menschen ohne Krankenversicherung usw. kostenlose medizinische und pharmazeutische Grundversorgung anzubieten.
Das wichtigste Ziel ist es, den Menschen zu dienen. Das MKIE und seine freiwilligen Helfer_innen können und wollen nicht das öffentliche Gesundheitssystem ersetzen. Ganz im Gegenteil, sie engagieren sich politisch dafür, dass das danieder liegende öffentliche Gesundheitssystem Griechenlands für alle zugänglich bleibt und allen Menschen Dienstleistungen auf höchstem Niveau anbieten kann.
Die Idee für die Gründung des MKIE wurde vom Kardiologen Giorgos Vychas und seinen Freunden bei den Demonstrationen der „Empörten“ im Sommer 2011 auf dem Syntagmaplatz entwickelt. Den „Startschuss“ für die Gründung der sozialen Praxis hat ein Satz von Mikis Theodorakis vor seinem Konzert auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Ellinikon im September 2011 gegeben:
„Kein Mensch darf hungern, kein Mensch darf ohne medizinische Versorgung bleiben“
Die Gruppe der Aktivisten um Giorgos Vychas hat die Zusammenarbeit und Unterstützung der Stadtverwaltung Ellinikon / Argyroupoli erbeten. Mit deren Unterstützung u.a. durch kostenlose Raumüberlassung in Baracken auf dem ehemaligen Flughafen und der Hinzugewinnung von weiteren aktiven Menschen konnte die Idee in die Praxis umgesetzt werden.
Mit dem Namen „metropolitane soziale Praxis Ellinikon“ soll der Wille der freiwilligen Helfer_innen des MKIE unterstrichen werden, dass das Gelände des ehemaligen Flughafens Ellinikon den Bedürfnissen der großen Mehrheit und nicht den Interessen der „Wenigen“ zu gute kommen soll.
Das MKIE wurde auf folgende Säulen aufgebaut und arbeitet nach diesen Prinzipien:
  • es nimmt keine Geldbeträge, sondern nur Sachspenden entgegen;
  • es arbeitet überparteilich, erlaubt keine parteipolitische Aktivität innerhalb seiner Programme;
  • es macht keine Werbung für seine Förderer und Unterstützer
Auf Grund dieser Prinzipien
  • nimmt es nur Sachspenden oder Dienstleistungen entgegen,
  • erlaubt es keiner Partei, die Ergebnisse der Arbeit der inzwischen 300 freiwilligen Helfer _innen für parteipolitische Zwecke zu missbrauchen.
  • Alle Spender, Förderer (einzelne Personen oder Firmen) können helfen, ohne dass dies in der Werbung erwähnt wird.
Die soziale Praxis wird von niemandem finanziert (abgesehen von der Raumüberlassung durch die Stadt Ellinikon/Argyroupolis). Dadurch wird ihre Unabhängigkeit und Autonomie gewahrt. Die Mitarbeiter_innen legen großen Wert auf Transparenz. Alle wesentlichen Entscheidungen werden gemeinsam getroffen, das wichtigste Gremium ist die Vollversammlung.
Die metropolitane soziale Praxis Ellinikon begann ihre Arbeit im Dezember 2011.Seither wurde sie von fast 30.000 Menschen zur medizinischen Versorgung aufgesucht. Diese Dienstleistung wird durch die unbezahlte aktive Mitarbeit von vielen Menschen und der Tätigkeit von den 250 freiwilligen Helfern_innen ermöglicht. Darunter findet man: Ärzte vieler Fachrichtungen z.B. Kardiologen, Orthopäden, Neurologen, HNO-Ärzte, Frauen- und Kinderärzte, Psychologen, Physiotherapeuten, Zahnärzte, Ernährungsberater u.a.
In ihrer Apotheke findet man zahlreiche Medikamente für die wichtigsten Krankheit, Mittel zur Versorgung von Kleinkindern wie Babynahrung und Windeln.
Seit der Zuspitzung der "Flüchtlingskrise" engagiert sich die Soziale Praxis Ellenikon auch bei der Erstversorgung von Flüchtlingen und Migranten. Ein Großteil der gesammelten Sachspenden (Medikamente, Hygieneartikel, Babynahrung, Kinderkleidung usw.) wird an andere soziale Praxen und Apotheken weitergeleitet, die direkt in die Versorgung von Flüchtlingen eingebunden sind, so die Soziale Praxis Kilkis für die Flüchtlingslager Idomeni und Polykastro, aber auch auf Lesbos, Leros und im Großraum Athen.
Die in Ellenikon tätigen Ärzte beteiligen sich auch an der medizinischen Versorgung der Flüchtlinge im Hafen von Piräus, in den Aufnahmelagern am benachbarten Flughafengelände von Ellenikon und in weiteren Lagern in Attika.
Seit über vier Jahren bestehen Kontakte zwischen dem Forum Eurokrise im Sozialforum München und der Sozialen Praxis Ellenikon. Inzwischen wurden über eine Postkartenaktion und zahlreiche Infostände über 20.000 Euro für dieses Zentrum gesammelt. Dafür wurden in einer sozialen Apotheke dringend benötigte Medikamente eingekauft und übergeben.
Unterstützen Sie unsere Hilfsaktionen durch Spenden und Mitarbeit!
Aktuelle Informationen zu Ellinikon: mki-ellinikou.blogspot.gr (griech.)   www.mkiellinikou.org/en/ (engl.)
Email: mkiellinikou@gmail.com
Spendenkonto:
Hans-Peter Gase, IBAN DE61 7009 0500 0401 6052 32, BIC GENODEF1S04
Verwendungszweck „Griechenland“
Ende