PM 1 (06.01.2005) : Erstes Sozialforum in D - Einladung zum offenen Plenum (10.1.)


Sehr geehrte Damen und Herren,

Carl Friedrich von Weizsäcker setzte Anfang der 80er eine Bewegung in Gang, die nun zum Ersten Sozialforum in Deutschland im Juli (21.-24.) in Erfurt führen wird. Die taz kündigte diese große Versammlung der sozialen Bewegungen vorgestern (Dienstag, 4.1.05) an:

www.taz.de/pt/2005/01/04/a0122.nf/text.ges,1

In München beginnt die Vorbereitung unserer Beteiligung mit einem offenen Plenum am 10.1. (19.30, EineWeltHaus).
Wir bitten Sie, unsere Einladung mit Ihren Mitteln weiterzugeben und, wenn möglich, zu berichten!

Mit Tagungsort Erfurt und Motto: "Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Natur" knüpft das Erste Sozialforum in Deutschland an den ökumenischen Konziliaren Prozeß an, den der Starnberger Physiker und Philosoph Carl Friedrich von Weizsäcker Anfang der 80er Jahre angeregt hatte - als in beiden Teilen Deutschlands Atomwaffen aufgestellt und gegeneinander gerichtet wurden, die seither in Westdeutschland weiter bereitgehalten werden: "Als Leitworte benützen wir dabei nicht die negativen Ausdrücke der Unheilspropheten, wie Elend, Krieg, Naturzerstörung, sondern die positiven weltlichen Begriffe soziale Gerechtigkeit, politischer Friede, Naturbewahrung. Diese Begriffe bezeichnen das, was geleistet werden müßte, um die Katastrophen zu verhindern. Sie bezeichnen ebenso das, worauf ein geläutertes Menschheitsbewußtsein nach einer partiellen Katastrophe zurückkommen müßte. Sie bezeichnen Forderungen der Vernunft." (C. F. v. Weizsäcker, Die Zeit drängt. Eine Weltversammlung der Christen für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung, München und Wien (Hanser) 2. Aufl. 1986 S. 25)

Diese "Forderungen der Vernunft" griff die internationale Staatengemeinschaft mit der UN-Versammlung zu Umwelt und Entwicklung 1992 in Rio de Janeiro auf (gegen die Nennung auch von Frieden als gleichrangigem Ziel hatten sich die USA erfolgreich gesträubt). Diese UN-Versammlung war die erste, bei der die Teilnahme von Nichtregierungsorganisationen allgemein als hilfreich und notwendig festgestellt wurde.

Das Weltsozialforum versammelt seit 2001 unabhängig von der UNO soziale Bewegungen als Gegenveranstaltung zum World Economic Forum in Davos. Die seither in allen Erdteilen entstandenen Sozialforen zeigen: "Eine andere Welt ist möglich!" Eine Welt, die durch Kooperation lebt - und nicht durch Konkurrenz; eine Welt, in der es um Solidarität geht - und nicht um Profite.

Das Sozialforum München hat sich zum letztjährigen Welttag gegen Armut und Ausgrenzung (17.10.) mit bisher über 60 Gruppen, Organisationen und Dachverbänden zusammengefunden. Bereits davor haben MünchnerInnen an den Welt- und den bisher drei Europäschen Sozialforen in Florenz, Paris und London aktiv teilgenommen.

In Deutschland werden Sozialforen bisher überwiegend im Zusammenhang des Widerstandes gegen Sozialabbau, Agenda 2010 und Hartz IV wahrgenommen. Das verkürzt das Anliegen: "Sozial" meint "gesellschaftlich". Dazu gehören ganz wesentlich z.B. Globalisierung, Frieden und Krieg und Raubbau an der Natur.


Mit freundlichen Grüßen,

für das Sozialforum München

Luise Rauschmayer
Tel: 089 - 490 535 88

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